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Öl-Spezialreport Jan. 2016: Startsignal für neuen Öl-Boomzyklus!

  • Von der Öl-Schwemme zur dramatischen Angebotsverknappung!
  • Traum von U.S. Energie-Dominanz endet in Katastrophe!
  • Warum die USA niemals Swing Producer sein können!
  • Ölsand-Projekte in Kanada als nächster Domino-Stein!
  • Maximaler Schmerzpegel = Startsignal für Öl-Boom-Zyklus!
  • Unvermeidliches Öl-Preis-Szenario: Ihr Fahrplan für Öl-Profite!

 

 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Am 20. Januar 2016 markierte Brent-Öl mit 27,10 Dollar pro Barrel den tiefsten Stand seit 2003. Wie brutal der Preisverfall im Öl ist, zeigt der Vergleich mit dem Hochpunkt der globalen Finanzkrise: Selbst im Dezember 2008, als die Welt „am Abgrund“ stand, fiel der Brent-Preis „nur“ auf 36,20 Dollar im Tief.

Brent-Öl 6 Monate

Brent-Öl 6 Monate




 

Damit ist Brent-Öl seit Sommer 2014 in der Spitze um mehr als 76 Prozent eingebrochen. Die Auswirkungen auf die globale Ölindustrie sind dramatisch. Wie aus einer neuen Schätzung von Wood Mackenzie hervorgeht, wurden seit 2014 Öl- und Gasprojekte im Wert von 380 Milliarden Dollar gecancelt. Der Niedergang der Ölpreise trifft Projekte rund um die Welt. Laut Wood Mackenzie wurden im letzten Jahr 68 Großprojekte ausgesondert, die rund 27 Milliarden Barrel Öl und Gas entsprechen. „Die Auswirkungen der niedrigen Ölpreise auf die Planungen der Unternehmen war brutal. Was Ende 2014 als Einschnitt der im Ermessen liegenden Ausgaben für Exploration und Entwicklungsprojekte im Frühstadium begann, ist zu einer vollständig chirurgischen Operation geworden, um sämtliche nicht essentiellen operativen- und Kapitalausgaben herauszuschneiden“, so Wood Mackenzie Analyst Angus Rodger in einem Statement.

Dieser Stillstand wird zu einer dramatisch niedrigeren Ölproduktion in den kommenden Jahren führen. Die durchschnittlichen Break-Even-Kosten aller Projekte, die Wood Mackenzie unter Betrachtung nahm, belaufen sich auf etwa 60,00 Dollar pro Barrel. Die meisten Projekte, die von Einschnitten betroffen sind, liegen in der Tiefsee. So werden beispielsweise Offshore-Projekte im Golf von Mexiko und Angola bis in die 2020er Jahre verschoben. Auch Investments in die teuren kanadischen Ölsandprojekte sind vollständig ausgetrocknet.
Die 380 Milliarden Dollar, die an Kürzungen identifiziert wurden, übertrifft bei weitem die Summe von 200 Milliarden Dollar, auf die Wood Mackenzie in dem Report von Juni 2015 kam. Zahlreiche Öl- und Gasunternehmen haben für 2016 bereits weitere, drastische Einschnitte angekündigt.

Der Report von Wood Mackenzie verdeutlicht, dass sich die globale Überversorgung mit Öl in nicht allzu ferner Zukunft in eine Angebotsverknappung verwandelt. Denn Projekte, die heute nicht freigegeben werden, sorgen in 2017, 2018 und 2019 für eine zunehmende Lücke in der Produktion. Allein 25 Projekte, die vom US-Ölgiganten ExxonMobil stillgelegt oder verzögert werden könnten, kommen auf eine Gesamtkapazität von 2,5 Millionen Barrel pro Tag.

Die derzeitige Überproduktion im globalen Ölmarkt beläuft sich auf circa 1,55 Millionen Barrel pro Tag (Dezember-Statistik der EIA).

Der Wegfall der „Goliath-Projekte“, die von der Ölindustrie fest eingeplant waren, um den künftigen globalen Ölbedarf zu decken, wird langfristig in einem Verlust von mindestens 5 Millionen Barrel pro Tag resultieren. Der natürliche Rückgang der Produktion aus bestehenden Ölquellen beläuft sich jährlich etwa auf 4 Millionen Barrel Öl pro Tag.

Doch es gibt einen wesentlichen Unterschied zu den 80er Jahren, dem letzten Mal, als die Welt einen angebotsseitigen Öl-Pleitezyklus durchlief. Damals hatte die Opec mehr als 14 Millionen Barrel an freien Kapazitäten zur Verfügung, die im Laufe der Jahre hochgefahren werden konnten, um die wachsende Ölnachfrage zu decken. Diesmal produziert Saudi Arabien nahezu am Limit.

Im dritten Quartal 2015, beliefen sich die freien Kapazitäten auf gerade einmal 1,33 Millionen Barrel pro Tag – dem niedrigsten Level seit 2008.
Somit steht fest: Kommt es zu einer Verknappung im Ölmarkt, wird Saudi Arabien seiner Rolle als „Swing Producer“ nicht gerecht werden können.

Darum können die USA niemals Swing Producer sein!

Als „Swing Producer“ gilt, wer in der Lage ist, seine Produktion flexibel und gezielt zu erhöhen oder abzusenken, um den Markt ins Gleichgewicht zu bringen. Sei es, um kurzfristige Preisvorteile zu nutzen, die Nachfrage anzukurbeln oder um sich langfristig Preisvorteile und Marktanteile zu sichern. Nicht wenige US-Amerikaner sind nach wie vor davon überzeugt, dass zukünftig die Vereinigten Staaten die Rolle des globalen Swing Producers übernehmen. Schließlich hatten U.S. Öl-Lobby, Wallstreet, Finanzmedien und Politik jahrelang die These verbreitet, wonach die USA dank ihrer Shale-Vorkommen auf dem Weg zur Energieunabhängigkeit sind und künftig eine mächtige Rolle auf dem globalen Ölmarkt spielen werden. Eine Story, die für viele Amerikaner einfach zu schön klingt, um nicht wahr zu sein.

Doch es ist absurd zu glauben, dass der weltgrößte Öl-Importeur gleichzeitig Swing Producer sein kann. Die Opec-Staaten exportierten in 2014 netto 23 Millionen Barrel Öl pro Tag. Die USA importierten netto circa 7 Millionen Barrel pro Tag. Ein Produzent kann dieser Rolle nur als Netto-Exporteur von Öl gerecht werden, der über hohe Reserven, ausreichend freie Kapazitäten, finanzielle Flexibilität und koordinierte Organisationsstruktur verfügt. Nichts von all dem trifft auf die Vereinigten Staaten zu.

Und selbst die Opec existiert nur deshalb, weil ein Mitglied alleine nicht über die Kriterien verfügt, um den globalen Markt ins Gleichgewicht zu bringen und die Preise zu beeinflussen.
Derzeit wäre nur ein Kartell aus drei Staaten in der Lage, den Markt ins Gleichgewicht zu bringen: Saudi Arabien, Irak und Iran. Während Bagdad versucht, das Staatsdefizit über höhere Mengen zu kompensieren, überbieten sich Saudi Arabien und der Iran im Kampf um Marktanteile gegenseitig mit Rabatten. Deshalb ist derzeit niemand in Sicht, der die Rolle als Swing Producer übernehmen wird – der Markt muss und wird sich von selbst bereinigen.

USA globales Öl-Leichtgewicht

Die U.S. Shale Produktion steht für weniger als 5 Prozent der Weltproduktion von Rohöl und Kondensat. Die Vereinigten Staaten verfügen über verschwindend geringe 0,23 Millionen Barrel freier Kapazität und besitzen weniger als 1 Prozent der global nachgewiesenen Reserven (13 Milliarden Barrel). Die US-Ölindustrie lässt sich nicht zusammen koordinieren. Durchschnittlich geben Shale-Unternehmen doppelt so viel Geld aus, als sie einnehmen. Die Verschuldung der Produzenten übersteigt die jährlichen Einnahmen um das Fünffache. Die durchschnittlichen Breakeven-Kosten belaufen sich auf mindestens 55,00 bis 60,00 Dollar. Wer noch immer behauptet, dass die USA der künftige Swing Producer sein könnten, leidet an völligem Realitätsverlust.

„Cowboy-Mentalität“ versus Realität

Harold Hamm, CEO von Continental Resources, zeigte sich in einem Interview auf CNN kampfeslustig, auch wenn der Aktienkurs seines Unternehmens rund 70 Prozent vom Jahreshoch verloren hat. Der Gründer des größten Shale-Produzenten in der Bakken-Region sagte, dass die Strategie der Saudis scheitern wird und bezeichnete ihre Vorgehensweise, den Markt mit Öl zu fluten, als „monumentalen Fehler“. „Sie müssen ein gesamtes Land aufrechterhalten. Wir erhalten hier nur Unternehmen aufrecht. Wir kürzen Kapitalkosten und stoppen die Geldausgaben. Und sitzen es aus“.

Es entspricht durchaus den Tatsachen, dass bereits gebohrte Shale-Wells bereits binnen zwei Wochen in Produktion gebracht werden können. Steigen die Ölpreise, könnten somit zahlreiche Wells aus dem bestehenden Bohr-Inventar („Fracklog“) binnen kurzer Zeit in Produktion gebracht werden. Doch das Problem der Shale-Produktion sind hohe Kosten und die weltweit schnellsten Schrumpfungsraten (circa 80% Rückgang nach zwei Jahren). Wie aus einer jüngsten Studie hervorgeht, verlieren die führenden Shale-Unternehmen derzeit zwischen 11 Dollar und 38 Dollar für jedes Barrel Öl, das sie produzieren – die klassische Definition von Verschwendung.

Die Breakeven-Kosten für Shale-Produzenten variieren von Play zu Play – doch die Schätzungen aus seriösen Quellen belaufen sich derzeit auf durchschnittlich 55,00 Dollar bis 60,00 Dollar pro Barrel. Allerdings gibt es einen „Haken“. Im abgeschiedenen North Dakota etwa, wo das Öl via Pipelines und Eisenbahn über tausende Kilometer transportiert werden muss, liegt der „Wellhead-Price“, also der Preis, den die Produzenten vor Ort bekommen, etwa 10 Dollar unter der WTI-Benchmark, die am größten Öl-Terminal in Cushing, Oklahoma, bezahlt wird.

Das bedeutet: Wenn US-Öl WTI beispielsweise bei 30,00 Dollar notiert, erhalten Bakken-Produzenten wie Continental Resources nur etwa 20,00 Dollar pro Barrel. Angenommen, die Break-Even-Kosten belaufen sich auf 60,00 Dollar pro Barrel, so müssten sich die Wellhead-Preise also bereits verdreifachen – und selbst dann wären lediglich die Kosten gedeckt, aber längst noch kein Profit erzielt.

Der wahre Grund für den Ölpreisverfall

Als Saudi Arabien der ineffizienten High-Cost-Produktion zur Opec-Sitzung am 27. November 2014 den Krieg erklärte, konnten selbst die Saudis nicht ahnen, wie widerstandsfähig die US-Shale-Produzenten sein würden.
Was den Niedergang der US-Shale-Industrie so lange hinauszögerte, war die unglaubliche Bereitschaft der Investoren, mehr Kapital als je zuvor in das defizitäre Geschäftsmodell der Shale-Produzenten zu pumpen. Trotz sinkender Ölpreise konnten nordamerikanische Öl- und Gasproduzenten noch bis Herbst 2015 mit Hilfe der Wallstreet-Banker neue Aktien und Anleihen im Wert von 61,5 Milliarden Dollar platzieren. Jetzt ist die Blase geplatzt, der Markt für Hochzinsanleihen kollabiert. Selbst den naivsten Vermögensverwaltern sollte klar sein, dass es sich in den USA um keine „Energierevolution“ gehandelt hat, sondern um eine exzessive Verschuldungsorgie, orchestriert von der Wallstreet und befeuert von den Nullzinsen der Fed.

Die Aktien der meisten Shale-Produzenten haben inzwischen 70%, 80% und mehr als 90% verloren und zahlreiche Bonds handeln nur noch bei 20 oder 30 Cent auf den Dollar. Tragen werden diese Verluste unter anderem die Gläubiger von Publikumsfons, Pensionsfonds, Staatsfonds und anderen Vermögensverwaltern – also hauptsächlich Anleger, die vermutlich nicht die geringste Ahnung hatten, wo ihre Vermögen investiert wurden.

Die Liste der nordamerikanischen Produzenten mit negativem Cashflow, weist aktuell einen Schuldenstand von 325 Milliarden Dollar aus. Zuletzt stufte die Rating-Agentur Moodys die Kreditbewertung von 175 Öl- und Minen-Unternehmen ab. Die Rendite des Bank of America US Energy High Yield Index stieg mit 19,3 Prozent auf den höchsten Stand aller Zeiten, und übertraf damit sogar den Hochpunkt aus der Finanzkrise 2008 von 17 Prozent.

Mehr als die Hälfte aller Junk-Bonds im Energiesektor notiert im „notleidenden“ Bereich. Davon spricht man, wenn die Renditen 1.000 Basispunkte (10 Prozent) über den Renditen von Staatsanleihen liegen.

USA: „Pleite-Tsunami“ ab April 2016

Im letzten Jahr gingen 42 US-Energieunternehmen in Konkurs, die mit mehr als 17 Milliarden Dollar verschuldet waren. Aus folgenden Gründen wird sich die Pleitewelle in diesem Jahr beschleunigen:
In 2015 waren große Teile der US-Produktion zu hohen Öl- und Gaspreisen gehedged. Für dieses Jahr wird noch weniger als ein Drittel der Produktion gehedged sein. Der Wegfall dieser Absicherung wird zahlreichen Produzenten endgültig den Kopf kosten.
Banken, die den so genannten Shale-Boom finanziert haben, nahmen die Reserven im Boden als Sicherheit. Doch als Reserven dürfen nur solche Öl- und Gasvorkommen gelten, die sich unter den gegebenen Bedingungen wirtschaftlich produzieren lassen. Nachdem zu Ölpreisen um 30,00 Dollar kein einziger Produzent noch in der Lage ist, profitabel zu produzieren, werden sich Milliarden Barrel in Luft auflösen.
Devon Energy musste im letzten Jahr beispielsweise 15,5 Milliarden Dollar abschreiben, BHP Billiton meldete zuletzt 7,2 Milliarden Dollar Abschreibung auf seine Shale-Assets und bei zahlreichen anderen Unternehmen, einschließlich Chesapeake, Oasis Petroleum oder Bill Barret, werden ebenfalls dramatische Wertminderungen erwartet.

Banken, die traditionell zweimal jährlich, im Oktober und April die Kreditlinien auf den Prüfstand stellen, zeigten sich im Herbst noch überraschend großzügig. In der Hoffnung, dass die Ölpreise wieder steigen würden, kürzten die Banken weit weniger als befürchtet. Jetzt ist die Lage eine völlig andere. Denn Banken und Bankensyndikate, die auf nahezu wertlosen Sicherheiten sitzen, haben keine andere Wahl mehr, als den Stecker zu ziehen. Spätestens dann wird es zur Kapitulation kommen, wenn nicht schon vorher.
Die Befürchtung zunehmender Kreditausfälle zeigt sich auch im wachsenden „Short-Interest“ im Bankensektor. So ist etwa die Aktivität der Leerverkäufer bei börsennotierten US-Regionalbanken im Januar um 30 Prozent gestiegen, angeführt von texanischen Banken wie Cullen/Frost Bankers, Texas Capital oder Bok Financial Corp.

„Maximaler Schmerzpegel“ so gut wie erreicht!

Die US-Shale-Produzenten haben vielleicht noch den einzigen Vorteil, dass der Großteil der Schuldverschreibungen erst 2019, 2020 und darüber hinaus fällig wird. Deshalb sind nicht wenige Analysten der Ansicht, dass selbst hochverschuldete Unternehmen noch reichlich Zeit hätten, um den Ölpreisniedergang auszusitzen.

Doch Schulden haben zwei Nachteile: Erstens, fordern die Gläubiger zur Fälligkeit ihr Geld zurück, und zweitens, fordern sie auch noch regelmäßig Zinsen. Laut Daten der EIA (Energy Information Administration), verwendeten die US-Onshore-Produzenten im zweiten Quartal 80 Prozent ihres operativen Cashflows nur für Zinszahlungen. Jetzt, nachdem die Ölpreise weitere 30% bis 40% tiefer notieren, werden mehr und mehr Unternehmen an der Begleichung ihres Kapitaldienstes scheitern. Fällt auch nur eine Rate aus, ist die Insolvenz die logische Konsequenz. Analysten von Bernstein Research warnen, dass ein Drittel aller U.S. Öl- und Explorationsunternehmen schon heute von der Insolvenz bedroht sind. Wells Fargo argumentiert, dass Ölpreise von unter 40,00 Dollar „nicht tragfähig für praktisch alle Produzenten“ sind und prophezeit eine Welle von Pleiten in den kommenden 12 bis 18 Monaten.

Signal für Öl-Boom-Zyklus – die Uhr tickt!

Anfang des letzten Jahres, als die Ölpreise bei 50,00 Dollar notierten, belief sich die Überversorgung im Markt auf circa 2,5 Millionen Barrel pro Tag. Derzeit beläuft sich das globale Überangebot nur noch auf 1,55 Millionen Barrel pro Tag. Der wesentliche Unterschied ist in erster Linie psychologischer Natur. Hedgefonds und andere Spekulanten fahren eine rekordhohe Short-Position im Öl – gleichzeitig ist die Netto-Long-Position auf den niedrigsten Stand seit 2010 gesunken. Saudi Arabien bezeichnet die aktuellen Ölpreise als „irrational“. Es scheint, als ob der Markt bei 30,00 Dollar und weniger, bereits eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine Weltwirtschaftskrise eingepreist hat.

Was für die entscheidende Trendwende noch fehlt, ist die finale Kapitulation im Ölmarkt. Es braucht ein Event, das den Short-Sellern die Grundlage nimmt, die Ölpreise weiter unter Druck zu setzen. Ein Ölpreis von 25,00 Dollar pro Barrel könnte der entscheidende Trigger dazu sein. Im Bakken wäre der Ölpreis nach Abzug aller Kosten nur noch bei 13,00 bis 15,00 Dollar, was die Produzenten weit unter Wasser ziehen würde. Solche Ölpreise würden nicht nur sämtliche Entwicklungsbohrungen eliminieren, sondern auch die bestehende Produktion kappen.

Kanadischer Ölsand – nächster Dominostein!

Ein ähnliches Szenario ist bei den kanadischen Ölsandproduzenten zu erwarten, wo die Preise für bestimmte Bitumen zuletzt nur noch 8,00 Dollar pro Barrel erzielt haben. Für die meisten Ölsandproduzenten erreicht der Discount auf WTI inzwischen 50 Prozent. Der Gouverneur der Bank of Canada, Stephen Poloz, sprach zuletzt von einem erheblichen Rückschlag für die kanadische Wirtschaft und warnte, dass die Preise so tief sind, dass einige Unternehmen nicht einmal ihre täglichen Kosten wie Löhne und Strom decken könnten und so in Ruin getrieben würden. JP Morgan warnt in einem aktuellen Report, dass der nächste Dominostein im kanadischen Ölsand bald fallen wird, sollte der kanadische Dollar mit der Abwertung nicht mehr hinterherkommen. „Während der Rückgang auf Dollar-Basis nicht annähernd so dramatisch ist, erreichen die derzeitigen Preise ein Niveau, wo die bestehende Produktion unwirtschaftlich wird“, schrieb der Analyst von JP Morgan.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Stilllegung bestehender Produktion eine folgenschwere Entscheidung ist. Denn die Kosten für eine spätere Wiederaufnahme der Produktion sind erheblich. Das betrifft die meisten, wenn nicht sogar alle Ölsandprojekte. Deshalb sind noch immer viele Projekte in Betrieb, auch wenn die Produzenten Geld verlieren.

Das unvermeidliche Öl-Szenario

Der Rückgang der globalen Produktion infolge der beispiellosen Kapitalkürzungen wird zum unvermeidlichen Szenario führen, dass sich ab einem gewissen Punkt Öl-Angebot und Öl-Nachfrage überschneiden und es anschließend zu einem Angebotsdefizit kommt.

Laut aktuellen Daten der EIA, belief sich der globale Angebotsüberschuss im Dezember auf 1,55 Millionen Barrel Öl pro Tag (mmbpd). Was sehr viel Pessimismus auslöste, war die Senkung des globalen Nachfragewachstums auf 1,2 mmbpd durch die Internationale Energieagentur, hauptsächlich wegen Wachstumsängsten im Zusammenhang mit China.

Doch was der Ölmarkt als Enttäuschung betrachtet, wäre nach einem Anstieg von 1,7 mmbpd im letzten Jahr der zweithöchste Nachfrageschub in fünf Jahren. Und es deutlich mehr als der Durchschnitt von 2011 bis 2013, als die Ölpreise bei mehr als 100 Dollar notierten.

Meine Schlussfolgerung: Trifft die Prognose der IEA zu, würde sich das Überangebot im Ölmarkt (bei gleichbleibender Produktion) in 2016 auf nur noch 350.000 bopd reduzieren. Die Schätzung der EIA über das Öl, das vom Iran auf den Markt kommen wird, beläuft sich auf 300.000 bopd. Demnach würde sich die globale Überversorgung bei gleichbleibender Produktion auf nur noch 650.000 bopd reduzieren.

Doch bei einer gleichbleibenden Produktion wird es nicht bleiben. Die Internationale Energieagentur erwartet für 2016 einen Produktionsrückgang außerhalb der Opec um 600.000 bopd. Meiner Ansicht nach erscheint diese Prognose sehr optimistisch. Die Energiebehörde EIA, erwartet jeweils für Januar und Februar einen Rückgang der Shale-Produktion um 116.000 bopd auf 4,83 mmbpd. Ich halte für dieses Jahr einen Rückgang der US-Ölproduktion um 1 Million Barrel pro Tag für sehr wahrscheinlich. Auch in Regionen wie Russland, Lateinamerika, Angola, Nigeria und Libyen ist für 2016 eine rückläufige oder stagnierende Produktion zu erwarten. Somit besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich der globale Ölmarkt bereinigt und spätestens in der zweiten Jahreshälfte in eine Angebotsverknappung von circa 350.000 bopd übergeht. In diesem Fall dürften die Ölpreise mindestens bei 50,00 Dollar pro Barrel notieren. 

Mein Fahrplan für den Preisverlauf im Öl

Ich bin überzeugt, dass sich noch in diesem Jahr ein neuer Bullenmarkt beim Öl etablieren wird. Spätestens ab der zweiten Jahreshälfte werden die Ölpreise spürbar anziehen, wobei sich die Rallye ab 2017 beschleunigen dürfte.
Eine altbewährte These im Ölmarkt lautet: „The Cure For Low Oil Prices Is Low Oil Prices“, „das Heilmittel für niedrige Ölpreise sind niedrige Ölpreise“. Anders ausgedrückt: Je tiefer die Ölpreise noch sinken, desto heftiger wird am Ende der Anstieg ausfallen. Vergleichbar mit einem Gummiband, das immer stärker gedehnt wird, bis es der Punkt erreicht ist, an dem es mit voller Wucht zurückschnellt.

Doch die Entwicklungen im Ölmarkt sind nicht so schnell, wie es die täglichen Veränderungen an den Kurstafeln suggerieren. Für Gegenwind sorgen insbesondere die rekordhohen Lagerbestände.

Per 22. Januar stiegen diese in den USA um weitere 11,4 Millionen Barrel auf 496,6 Millionen Barrel. Aufgrund der anstehenden Wartungssaison der Raffinerien, den eigentlichen Abnehmern am Ölmarkt, werden die Lagerbestände vorerst noch weiter anschwellen. Das erste Quartal – die Spanne zwischen dem Hochpunkt der Heizöl-Saison und Sommerfahr-Saison, wird genutzt, um die Produktion von Benzin und Diesel auf „Summer-Blend“ umzustellen. Ab dem Frühjahr zieht die Nachfrage nach Rohöl traditionell an.

Insofern ist eine weitere, finale Attacke der Short-Spekulanten auf den Ölpreis nicht auszuschließen. Der „Klassiker“, der sich wiederholt in früheren Bärenmärkten zeigte, wäre, wenn die Stopps sämtlicher Long-Spekulanten, die auf den Zug aufgesprungen sind, mit einem erneuten Zwischentief abgeholt werden.

Ölpreise von unter 30,00 Dollar dürften den Schmerpegel für zahlreiche High-Cost-Produzenten an einen Punkt bringen, an dem es zur finalen Kapitulation kommt, der Stilllegung bestehender Produktion. Es wäre gleichzeitig das Signal für eine systemische Aufwärtsbewegung im Öl.

Auffälligkeiten im Terminmarkt

Nachdem es zwischenzeitlich zu einem Short-Squeeze gekommen war, der bei den Ölpreisen für den stärksten 2-Tagesanstieg seit sieben Jahren sorgte, haben die Leerverkäufer ihre Kanonen erneut nachgeladen. Nach wie vor besteht eine rekordhohe Short-Position im Markt. Auffällig ist insbesondere, dass enorm hohe „Open Interest“ von circa 30.000 Kontrakten beim Put mit Basispreis 25,00 Dollar auf WTI mit Laufzeit März. Die Käufer des Puts erwarten hohe Gewinne, falls US-Öl WTI bis März unter 25,00 Dollar fällt. Die Verkäufer der Put-Option (Stillhalter) haben die Prämie kassiert und sind verpflichtet, die zugrunde liegenden Ölmengen bei 25,00 Dollar pro Barrel abzunehmen.

Insofern kommt der Marke von 25,00 Dollar (WTI) eine hohe Bedeutung zu. Ich halte es für nicht ausgeschlossen, dass es den interessierten Kreisen am Terminmarkt in diesem kurzfristigen Zeitfenster noch gelingt, die Marke von 25,00 Dollar zu „triggern“.

Auf einen Boden bei 25,00 Dollar pro Barrel oder tiefer zu setzen, birgt allerdings auch das Risiko, den Zug nach oben zu verpassen. Ein geopolitisches Ereignis oder ein außerordentliches Notfall-Meeting der Opec könnte die Ölpreise schlagartig um 10,00 Dollar pro Barrel oder mehr steigen lassen. Und auch ohne ein solches Ereignis rückt die Bereinigung im Ölmarkt mit jedem weiteren Tag näher.

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