Marktausblick: Irgendwas ist faul im Staate Dänemark

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Was in den letzten beiden Tagen am Markt passierte, riecht verdächtig nach Gefahr im Verzug. „Irgendwas ist faul im Staate Dänemark“, sagte schon Marcellus im ersten Aufzug des Hamlet.

Dass nun auch Anleihen von Unternehmen gekauft werden, muss man beinahe schon als Verzweiflungstat ansehen. Den meisten Menschen auf diesem Planeten ist immer noch nicht klar, dass wir uns spätestens seit 2008 im Überlebenskampf des globalen Papiergeld- Schuldensystems befinden. Diese Tatsache wird einfach ausgeblendet und geht im Alltagsstress den meisten Leuten am Allerwertesten vorbei. „Ich kann ja eh nichts ändern“, ist die gängige Reaktion auf die aktuelle Lage.

Wir haben das nicht unerhebliche Gefühl, dass die Lage an den Märkten schon längst implodiert wäre, wenn die Notenbanken nicht massiv eingreifen (manipulieren) würden. Die Summen, die seit 2008 den Markt verzerren, sind so gigantisch, dass ein „zurück“ kaum noch möglich erscheint.

In den letzten Tagen haben der DAX und andere europäische Indizes scharf nach unten gedreht. Offiziell wird die Angst vor dem Brexit angeführt, über den die Briten am 23. Juni entscheiden dürfen (diese werden wenigstens gefragt). Dies ist in unseren Augen ein fadenscheiniges Argument. Denn ob die Briten nun drin oder draußen sind, würde eventuell für einige Banken Probleme bereiten, aber kaum für andere Gesellschaften, wie Nahrungsmittelkonzerne und andere Branchen.

Von europäischen Bankaktien würden wir – wie schon in den letzten 9 Jahren mehrfach empfohlen – weiter die Finger lassen. Man braucht sich nur die Charts der großen Banken ansehen und erkennt, dass hier auch ein neuerlicher „Unfall“ bevorstehen könnte. Was würde passieren, wenn zum Beispiel die Deutsche Bank fällt? Diese Möglichkeit besteht in der Tat und könnte eine Kettenreaktion auslösen, in der – ähnlich wie 2008 nach Lehman – erstmal alles zu Cash gemacht wird, was irgendwie liquidiert werden kann.

Wo lauert die Gefahr? Warum drehten die europäischen Aktienmärkte scharf nach unten, während der S&P500 nur knapp unter Allzeithoch notiert? Warum sinken die US-Zinsen dramatisch, obwohl der Markt doch auf eine Zinserhöhung vorbereitet werden sollte?

Ganz ehrliche Antwort: Dies passt derzeit alles nicht wirklich zusammen! Oder sehen wir die ersten Auswirkungen der massiven Marktmanipulationen der Notenbanken? Oh, es handelt sich natürlich nicht um „Marktmanipulation“, wenn die Notenbanken mit zig Milliarden frisch gedrucktem Geld Staatsanleihen und seit jüngstem auch Unternehmensanleihen aufkaufen. Nein, das ist ja alles zum Nutzen der „Wirtschaft“ und zur Aufrechterhaltung des Papiergeld-Schuldensystems.

Wie man aus Händlerkreisen hört, kaufte die EZB unter anderem von Gesellschaften wie Telefonica, Renault, RWE oder des Biergiganten Anheuser-Busch Unternehmensanleihen auf. Die erste genaue Liste wird am 18. Juli von der EZB veröffentlicht. In Sicheres-Vermoegen.de heißt es heute: „Dass die Renditen dieser Anleihen und damit die Finanzierungsbedingungen dieser Großkonzerne sinken und damit diesen ein Wettbewerbsvorteil verschafft wird? Geschenkt. Dass damit diese Großkonzerne zu weiteren Übernahmen verleitet werden, die sie in einem normalen Zinsumfeld nicht wagen würden? Geschenkt. Dass damit die Kreditvergabe für kleinere und Mittelständische Unternehmen sehr wahrscheinlich null angekurbelt wird, da diese Gesellschaften zum einen nicht von den Ankäufen der EZB profitieren und aufgrund der Nullzinsen sogar verunsichert sind und Investitionen zurückstellen? Geschenkt“.

Da die EZB nur Anleihen kauft, denen die Ratingagenturen den Investment-Grade-Status verpasst hat, fördert dies die Zweiklassengesellschaft.

Auf der einen Seite die Top-Gesellschaften aus DAX, MDAX und anderen Indizes (die EZB kauft auch Anleihen von US-Gesellschaften, sofern diese Töchter im Euroraum haben und deren Kredite die EZB als Sicherheit akzeptiert!) die direkt von dieser Geldpolitik profitieren, indem Sie sich fleißig verschuldeten und nun belohnt werden, und auf der anderen Seite der breite Rest der Gesellschaft, der durch vorsichtiges und nachhaltigem Wirtschaften (erst Sparen und dann Investieren) bestraft wird.

Kurzum: US-Zinsen fallen dramatisch, obwohl die FED Zinserhöhung ankündigt – geht die Marktmanipulation der FED nach hinten los?

US-Renditen 10 Jahre

 

Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen über die letzten 12 Monate 

Sieht so der Glaube an steigende Zinsen aus?

Die Rendite der US-Staatsanleihen ist in der letzten Woche stark gesunken. Der Markt preist fallende Zinsen ein, während uns die FED auf steigende Zinsen vorbereiten will. Geht der Glaube an die FED verloren? Lässt sich der Markt nicht mehr an der Nase herumführen?

Das Schuldenmachen (vornehmlich der Großkonzerne) wird von der EZB belohnt, während Sparen (vornehmlich der kleinen Unternehmen und der Privatleute) bestraft wird.“ Dem ist nichts hinzuzufügen!

Am wahrscheinlichsten sehen wir nach wie vor ein mögliches „Japan-Szenario“ für die westliche Hemisphäre. Also dauerhafte Nullzinsen, gepaart mit Nullwachstum bei stetig steigender Staatsverschuldung, verbunden mit schwachen Währungen. Da aber in diesem Szenario auch die Währungen abwechselnd gegeneinander abwerten (zumindest wird dies jede Notenbank versuchen, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen), dürften in einem solchen Szenario Gold und Silber als mögliche Ersatzwährungen ein Comeback feiern.

Wir bleiben dabei: Die Baisse im Gold wurde Anfang 2016 beendet. Bis 2020 wird Gold, welches bislang nur in den schwachen Emerging Markets-Währungen neue Hochs erreichte, auch in allen großen westlichen Währungen (Euro, USD, Yen, GBP, CHF) sehr wahrscheinlich neue Allzeithochs markieren. Es bleibt in der finanziellen Repression ein verlässlicher Schutzanker. Am besten natürlich physisch sicher gebunkert. Denn eines ist auch klar: Der Staat wird irgendwann – sollte sich unser Szenario bewahrheiten – nicht davor zurückschrecken, sich beim Bürger (kommt von „Bürgen“) zu bedienen. Physisches Gold schützt auch vor der Gier eines maßlosen Staatsapparates.

Es beschützt Eigentumsrechte, wenn irgendwas faul ist im Staate! Setzen Sie weiter auf ihren persönlichen Goldstandard und halten Sie einen Teil ihres Vermögens in physischem Gold!

Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch folgenden Beitrag: http://investman.de/wie-die-ultimative-gold-waehrung-die-welt-erobert/

Beste Grüße,

Ihre Redaktion von www.rohstoffraketen.de

P.S.

Alan Greenspan 1966 in „Gold und wirtschaftliche Freiheit“:

Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates macht es erforderlich, dass es für Vermögensbesitzer keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen. Dies ist das schäbige Geheimnis, dass hinter der Verteufelung des Goldes durch die Verfechter des Wohlfahrtsstaates steht. Staatsverschuldung ist schlicht und ergreifend ein Mechanismus für die „versteckte” Enteignung von Vermögen. Gold verhindert diesen heimtückischen Prozess. Es schützt Eigentumsrechte. Wenn man das erst einmal begriffen hat, ist die Feindschaft der Wohlfahrtsstaatsverfechter gegen den Goldstandard nicht mehr schwer zu verstehen.

 

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